Abrechnung einer Unterfütterung für eine implantatgetragene Prothese

Praxistipps für Zahnarztpraxen, BEMA Abrechnung 28.06.2017

So rechnen Sie die Unterfütterung einer implantatgetragenen Prothese ab

Praxisfall: Ein Kollege von Ihnen möche bei einem Kassenpatienten eine Unterfütterung machen und will dafür die BEMA-Nr. 100d und Festzuschuss 6.1 ansetzen. Der Patient hat allerdings eine Prothese mit Implantat. Es geht also um eine Unterfütterung einer implantatgetragenen Prothese. Außerdem soll auch noch ein Austausch von Sekundärteilen erfolgen. Ihr Kollege fragt sich nun, welche Positionen können er ansetzen kann und ob der Patient überhaupt einen Festzuschuss bei einer implantatgetragenen Prothese bekommt.

Zustand des Kiefers entscheidet über die Abrechnung

Die Grundsatzfrage, um entscheiden zu können, wie Sie berechnen, ist folgende: Hat der Patient einen atrophierten Kiefer? Bitte beachten Sie, dass die Diagnose des atrophierten Kiefers dann immer gegeben ist. Machen Sie am besten eine schnell erkennbare Notiz in der Patientenakte. Ihr Leitsatz sollte sein: „Einmal atrophierter Kiefer, immer atrophierter Kiefer.“ In Ihrem Fall können Sie wie folgt berechnen:

1. Fall – Patient hat einen atrophierten Kiefer

Liegt bei Ihrem Patienten ein atrophierter Kiefer vor, dann können Sie die Unterfütterung nach BEMA-Positionen abrechnen, z. B.:

  • BEMA-Nr. 100ci (Teilunterfütterung) oder
  • BEMA-Nr. 100di (vollständige Unterfütterung) oder
  • BEMA-Nr. 100ei (vollständige Unterfütterung mit fkt. Randgestaltung im OK) oder
  • BEMA-Nr. 100fi (vollständige Unterfütterung mit fkt. Randgestaltung UK)

Auf Blatt 2 des HKPs setzen Sie GOZ-Nr. 5090 für den Austausch der Sekundärteile an. Denn Verbindungselemente sind im BEMA bei Suprakonstruktionen nicht enthalten. Machen Sie dafür noch eine Abformung (Material können Sie berechnen), ist das mit der BEMA-Position der Unterfütterung bereits abgegolten. Es sei denn, es handelt sich um zwei getrennte Sitzungen. Die Materialkosten für die Sekundärteile können Sie ebenfalls be-rechnen oder diese auf der Laborrechnung mit aufführen. Ihr Patient erhält in diesem Fall einen Festzuschuss nach Befund-klasse 7.7.

2. Fall – Patient hat keinen atrophierten Kiefer

In dem Fall, dass Ihr Patient keinen atrophierten Kiefer hat, setzen Sie auf Blatt 2 des HKPs folgende Position an:

  • GOZ-Nr. 5270 (Teilunterfütterung) oder
  • GOZ-Nr. 5280 (vollständige Unterfütterung) oder
  • GOZ-Nr. 5290 (vollständige Unterfütterung mit fkt. Randgestaltung OK) oder
  • GOZ-Nr. 5300 (vollständige Unterfütterung mit fkt. Randgestaltung UK)

Und zusätzlich berechnen Sie die GOZ-Nr. 5090 für den Austausch der Sekundärteile. Material- und Laborkosten rechnen Sie wie auch im oberen Fall mit hinzu. Auch hier erhält Ihr Patient den Festzuschuss nach Befundklasse 7.7.

Schreiben Sie auch immer mit auf den Technikzettel, ob der Kiefer atrophiert ist. Denn wenn Sie Ihre Unterfütterung nach GOZ berechnen, dann darf das zahntechnische Labor nach BEB-Positionen berechnen. Somit bekommt nicht nur Ihr Zahntechniker den wichtigen Hinweis, sondern auch Ihre Mitarbeiterin in der Abrechnung.

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