Abrechnung eines Schellong-Tests bei Privatpatienten

Praxistipps für Arztpraxen und Kliniken, GOÄ Abrechnung 27.09.2018

Abrechnung eines Schellong-Tests bei Privatpatienten

 

Ihre Frage: Ich habe im letzten Jahr die Hausarztpraxis einer Kollegin in Hannover übernommen. Leider hat mit meinem Vorgänger auch die langjährige Mitarbeiterin die Praxis verlassen. Und mit ihr ist auch das gesamte Abrechnungswissen weg. Denn meine zwei neu eingestellten jungen Mitarbeiterinnen haben leider keine Abrechnungserfahrung in der Privatabrechnung. Ich kämpfe mich in meiner knapp bemessenen Freizeit durch die Gebührenordnung und stoße immer wieder an meine Grenzen. Zur Kreislaufprüfung wende ich unter anderem auch den Schellong-Test an. Ist dieser Test bei den Privatpatienten extra abrechenbar? Und wenn ja, mit welcher Ziffer?

Antwort: Die Herzfunktionsprüfung nach Schellong (einschließlich grafischer Darstellung) berechnen Sie nach der GOÄ-Ziffer 600. Sie erhalten dafür ein Honorar von 9,79 € beim 2,3-fachen Satz. Sie können diese Leistung an dafür qualifizierte Mitarbeiter delegieren. Selbstverständlich bleibt die Indikations- und Diagnosestellung in Ihrer Hand. Ausgeschlossen ist daneben die Abrechnung von EKG-Leistungen nach den GOÄ-Ziffern 650–652. Da diese höher bewertet sind, lassen Sie in diesen Fällen die GOÄ-Ziffer 600 weg und rechnen die entsprechende EKG-Ziffer ab.

 

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