Anästhesie mehrfach berechnen

Praxistipps für Zahnarztpraxen, BEMA Abrechnung 09.10.2017

Anästhesie mehrfach berechnen – Das sollten Sie dazu wissen

Praxisfall: Eine Ihrer Kolleginnen hatte kürzlich eine Auseinandersetzung mit Ihnen bezüglich der Berechnungsfähigkeit für die Anästhesie (BEMA-Nr. 40). Ihre Chefin musste bei einem Kassenpatienten nachinjizieren, weil die Spritze nicht gewirkt hat. Ihre Kollegin meint, dass auch hier – so wie in der GOZ – eine zweite Anästhesie abgerechnet werden darf. Sie sind da jedoch anderer Meinung. Ihre Frage ist nun: "Was ist richtig?“

Es kommt auf den Patienten an

Bei Ihren Privatpatienten haben Sie in diesen Fällen die Möglichkeit der zweimaligen Berechnung. Bei Ihrem Kassenpatienten sieht es da ein bisschen anders aus. Hier können Sie nicht so einfach noch einmal eine Anästhesie berechnen. Sie brauchen einen triftigen Grund.

Bei lang dauernden Eingriffen können Sie die BEMA-Nr. 40 ein zweites Mal abrechnen. Das ist z. B. in folgenden Fällen gegeben:

  • Ihr Chef führt einen chirurgischen Eingriff durch.
  • Eine Parodontalbehandlung erweist sich als sehr langwierig.
  • Die Präparation der Zähne benötigt mehr Zeit, als Ihr Chef erwartet hat.

Immer dann, wenn Ihre Chefin bei größeren Behandlungen einen erhöhten Zeitaufwand hat und die Anästhesie nachlässt, dürfen Sie die BEMA-Nr. 40 noch einmal abrechnen. In diesen Fällen geben Sie auf dem Erfassungsschein einen KZV-internen Hinweis mit an. Achten Sie in diesen Fällen auf eine nachvollziehbare Dokumentation. Sprechen Sie Ihre Chefin ggf. noch einmal darauf an, wenn Sie merken, die Dokumentation ist zu „dünn“.

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