Behandlung eines diabetischen Fußes bei Kassenpatienten abrechnen

Praxistipps für Arztpraxen und Kliniken, EBM Abrechnung 26.07.2018

Wie Sie die Behandlung eines diabetischen Fußes bei Kassenpatienten am besten abrechnen

 

Ihre Frage: „Vor einem Jahr habe ich die – hausärztlich geführte – internistische Praxis eines Kollegen im Saarland übernommen. Da kommt es natürlich vor, dass ich regelmäßig den „Diabetischen Fuß“ bei einigen meiner Patienten behandle. Aus dem EBM habe ich für die Abrechnung die EBM-Ziffer 02310 „Behandlung einer/eines/von sekundär heilenden Wunde(n) und/oder Decubitalulcus (-ulcera)“ herausgesucht und abgerechnet. Beim letzten Honorarbescheid habe ich festgestellt, dass meine KV diese Ziffer einfach streicht. Ist das richtig? Wie kann ich diese Behandlung dann abrechnen?“

Meine Antwort: Die KV hat in diesem Fall recht. Für die Behandlung eines diabetischen Fußes ist es nicht erlaubt, die EBMZiffer 02310 abzurechnen. Dafür ist die EBM-Ziffer 02311 vorgesehen. Um diese Ziffer abrechnen zu dürfen, brauchen Sie allerdings eine Genehmigung von Ihrer zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung. Nur Fachärzte der Chirurgie, Orthopädie und Dermatologie dürfen diese Ziffer ohne Genehmigung abrechnen.

Folgende Voraussetzungen müssen Sie für den Erhalt dieser Genehmigung erfüllen:
Im Durchschnitt der letzten vier Quartale vor Antragstellung haben Sie

  • je Quartal die Behandlung von mindestens 100 Patienten mit Diabetes mellitus durchgeführt und
  • programmierte ärztliche Schulungen von Patienten mit Diabetes mellitus (Typ I und II) nachweislich durchgeführt.

Erfüllen Sie diese Voraussetzungen, stellen Sie umgehend den Antrag. Die EBM-Ziffer 02311 dürfen Sie dann pro Bein/pro Sitzung einmal abrechnen.

Stellen Sie keinen Antrag – oder erfüllen Sie die Voraussetzungen nicht –, können Sie für die Behandlung des diabetischen Fußes keine andere EBM-Ziffer abrechnen und gehen leer dabei aus.

 

Weitere praxisnahe Tipps finden Sie in unserem Fachinformationsdienst EBM & GOÄ richtig abgerechnet.

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