Behandlung von Kassenpatienten beenden

Praxistipps für Arztpraxen und Kliniken, Praxismanagement 13.02.2018

Behandlung von Kassenpatienten beenden - Das sollten Sie beachten

Ihre Frage: Ich bin gern für meine Patienten da. Trotzdem sind manche Patienten sehr unverschämt und glauben, sie könnten sich alles herausnehmen. Deshalb will und muss ich unbedingt Grenzen setzen. Was muss ich beachten, wenn ich einen Kassenpatienten nicht mehr behandeln möchte?


Meine Antwort: Als niedergelassener Arzt dürfen Sie bei Ihren Kassenpatienten nur in begründeten Ausnahmefällen eine Behandlung ablehnen. Prinzipiell dürfen Sie eine Behandlung niemals ablehnen,

  • wenn es sich um einen Notfall handelt.
  • weil Sie Ihr Budget bereits ausgelastet haben (weisen Sie also auch nie darauf hin).
  • weil Sie mit den Zahlungsmodalitäten oder dem Zahlungsumfang des Leistungsträgers nicht einverstanden sind.

Bei Ihren Kassenpatienten können Sie nur in den folgenden
Ausnahmefällen ablehnen:

  • Ihr Patient wünscht eine nicht indizierte und damit unwirtschaftliche Behandlungsmaßnahme, oder
  • Das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Patienten ist zerstört, z. B. wegen übler Nachrede, unverschämten Verhaltens, zerrütteten Arzt-Patienten-Verhältnisses, bei dem eine besondere Schwere nachgewiesen werden kann, oder
  • Sie und Ihre Praxis sind nachweislich zeitlich sehr überlastet und können deshalb den Patienten nicht behandeln.

Meine Empfehlung: Grundsätzlich empfehle ich Ihnen bei einer Ablehnung auf eine besonders gute Dokumentation zu achten und Zeugen schriftlich festzuhalten. Ohne Verpflichtung, aber zu Ihrer Sicherheit setzen Sie die zuständige Krankenkasse hiervon immer unter Mitteilung der vorliegenden Gründe in Kenntnis.

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