„Besondere Fälle“ nach GOÄ

Praxistipps für Arztpraxen und Kliniken, GOÄ Abrechnung 01.11.2017

„Besondere Fälle“ nach GOÄ – wichtiges im Überblick

Praxisfall: Eine Kollegin führt eine gynäkologische Praxis in einer Kleinstadt in Rheinland-Pfalz. Sie hat erstmalig ein Problem mit der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 2. Die private Versicherung der Patientin besteht darauf, dass die GOÄ-Ziffer nach Abschnitt A Gebühren in besonderen Fällen abgerechnet wird. Das heißt, diese Ziffer ist mit dem 1,38-fachen Satz statt des 1,8-fachen Satzes zu berechnen. Die Kollegin fragt sich, ob die Versicherung recht hat und was man unter „besonderen Fällen“ nach GOÄ versteht.

Erklärung

Leider hat die Versicherung hier recht. Die GOÄ-Ziffer 2 ist eine gebührenreduzierte Ziffer, die Sie im Normaltarif mit dem 1,8-fachen Satz berechnen. Im Standardtarif bedeutet dies, dass Sie nur den 1,38-fachen Satz berechnen dürfen. Zwar hat sich die zuständige Versicherung anscheinend etwas missverständlich ausgedrückt. Denn die Bemessung der Gebühren in besonderen Fällen betrifft nur das Honorar bei einem Schwangerschaftsabbruch und ist im § 5a der GOÄ enthalten. Die Versicherung meint den § 5b „Bemessung der Gebühren bei Versicherten des Standardtarifes der privaten Krankenversicherung“. Dort finden Sie den Hinweis auf Abschnitt A des § 5 1 Satz 2. Leicht merken können Sie sich, dass Sie alle Ziffern, die Sie im Normaltarif nur bis zum 1,8-fachen Satz ohne Begründung steigern dürfen, im Standardtarif nur bis zum 1,38-fachen Satz steigern dürfen.

 

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