Erstattungsablehnung der GOZ-Nr. 2420

Praxistipps für Zahnarztpraxen, GOZ Abrechnung 11.09.2017

Versicherung lehnt Erstattung der GOZ-Nr. 2420 ab - das können Sie tun

Wenn sich die Versicherung gegen eine Erstattung entscheidet, sind Sie zunächst oft ratlos. Sie sollten diese Ablehnung jedoch nicht einfach auf sich beruhen lassen, sondern sich wehren und am besten eine Stellungnahme schreiben.

So ging es vor einiger Zeit auch einem Kollegen von Ihnen - bei einem privatversicherten Patienten kam vonseiten der Versicherung, dass sie die elektrophysikalisch-chemische Methode nicht erstatten will. Ihr Kollege hat jedoch ncoh einmal den Behandlungsablauf geschildert, denn schließlich hat er ja den Leistungsinhalt der GOZ-Nr. 2420 für die elektrophysikalisch-chemische Methode erbracht, so dass er dies auch entsprechend abrechnen darf:

 

 Stellungnahme zur Erstattung GOZ-Nr. 3240

Mustervorlage

Sehr geehrte Damen und Herren,   ich beziehe mich auf Ihr Schreiben vom 17.08.2017, in dem Sie Frau Schulze mitteilen, dass Sie die GOZ-Nr. 3240 nicht erstatten möchten. Hierzu teile ich Ihnen Folgendes mit: Bei Frau Schulze habe ich vier Implantate gesetzt. Aufgrund einer vorliegenden Vertiefung des Mundbodens besteht die Gefahr, dass die Implantate nicht, bzw. ungünstig osseointegrieren. Somit wäre das Behandlungsergebnis infrage gestellt. Um dieses Risiko zu umgehen, habe ich in einem separaten Behandlungsschritt eine Vestibulumplastik in regio 43/44 durchgeführt. Ich habe eine verbreiterte, zirkulär befestigte Gingiva geschaffen. Für diese zusätzliche Maßnahme habe ich entsprechend des Gebührenkataloges für Zahnärzte die GOZ-Nr. 3240 berechnet. Diesem Vorgehen stimmt auch die Bundeszahnärztekammer in ihrem GOZ-Kommentar (Stand 13.08.2013) zu:
„Diese Nummer ist berechnungsfähig für eine lokal begrenzte Vestibulum-, Mundboden- oder Gingivaextensionsplastik. Die Leistung kann sowohl der Verbesserung des Weichteillagers als eine präprothetische Maßnahme dienen als auch im Rahmen anderer chirurgischer, parodontalchirurgischer oder implantologischer Maßnahmen,  z. B. zur Verbreiterung der fixierten Gingiva erfolgen."
Des Weiteren wird diese Berechnungsweise durch das Urteil des AG München vom 28.12.2009 (Az. 231 C 29341/08) und des AG Köln vom 14.12.2010 (Az. 146 C 79/09) bestätigt. Ich bitte Sie, die Rechnung im Sinne Ihrer Versicherungsnehmerin Frau Schulze noch einmal zu prüfen und eine korrekte Erstattung vorzunehmen. Mit freundlichen Grüßen   Dr. Bodo Ungeduldig

 

Mit unserem Informationsdienst „BEMA & GOZ aktuell“ stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite und bieten Ihnen viele praxisrelevante Informationen und Arbeitshilfen.

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