"Eventualitäten" im Kostenvoranschlag

Praxistipps für Zahnarztpraxen, GOZ Abrechnung 28.08.2017

Kostenvoranschlag: So gibt es am Ende keine Diskussion wegen unvorhersehbaren Behandlungen

Praxisfall: Eine Kollegin von Ihnen hat von einer anderen ZFA erfahren, dass sie grundsätzlich in den Kostenvoranschlägen einen Pauschalbetrag für eventuelle Behandlungen mit einfügt. Auf diese Weise vermeidet sie, dass der Betrag in der endgültigen Rechnung überschritten wird. An dieser Stelle fragt sich Ihre Kollegin wiederum, ob diese Vorgehensweise so erlaubt ist.

Pauschalbetrag für eventuelle Behandlungen ist rechtens

Tatsächlich ist die Vorgehensweise der Kollegin aus dem geschilderten Praxisfall zulässig und sinnvoll. Es gibt zwar auch andere Möglichkeiten vorzubeugen, wenn Sie damit rechnen, dass zu einer geplanten Behandlung oder einem neuen Zahnersatz noch zusätzliche Leistungen hinzukommen werden.

Viele Ihrer Kolleginnen planen dann entsprechende Gebührenpositionen, welche in der Abrechnung nicht den Tatsachen entsprechen und durch andere Positionen ersetzt werden müssen.

Andere Praxen wiederum klären den Patienten auf, dass eventuell noch unvorhersehbare Leistungen hinzukommen können.

Meine Empfehlung

Mit dem Pauschalbetrag können Sie diesen Stress vermeiden. Legen Sie sich dazu in Ihrem PC eine Position an, die Sie „Eventualitäten“ oder „zusätzliche unvorhersehbare Behandlungen“ nennen. Kalkulieren Sie einen Pauschalbetrag ein. Dieser kann je nach Versorgungsart zwischen 10 % (z. B. bei konservierend-chirurgischen Leistungen) und 25 % (bei ZE-Versorgungen) liegen. Somit sichern Sie sich ab und halten immer einen gewissen „Puffer“ bereit. So vermeiden Sie heftige Diskussionen im Anschluss an die Behandlung und haben dieselbe Sicherheit wie Ihre Kollegin.

Weitere Beispiele aus der Praxis sowie hilfreiche Mustervorlagen erhalten Sie in unserem Fachinformationsdienst Zahnarztpraxis heute - die Arbeitserleichterung für Ihren Berufsalltag.

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