Fristlose Kündigung wegen Anruf bei einer Gewinn-Hotline

Praxistipps für Arztpraxen und Kliniken, Praxismanagement 30.08.2018

Fristlose Kündigung wegen Anruf bei einer Gewinn-Hotline

Ihre Frage: Ich arbeite seit zwei Jahren in einer großen dermatologischen Berufsausübungsge-meinschaft als Medizinische Fachange-stellte. Einmal in der Woche habe ich Telefondienst. Der regionale Radiosen-der veranstaltet immer ganz tolle Ge-winnspiele. Ab und zu habe ich mich daran auch schon beteiligt. Der Chef hat das jetzt anhand der Telefonrech-nung bemerkt und am Dienstplan festgestellt, dass ich zu dieser Zeit Telefondienst hatte. Er hat mir sofort fristlos gekündigt und mich nach Hause ge-schickt. Heute habe ich die schriftliche Kündigung erhalten. Darf er mir wegen dieser Kleinigkeit fristlos kündigen?

Antwort: Sie haben ein nicht unerhebliches Fehlverhalten begangen. War es das erste Mal, dann darf Ihr Chef Ihnen nicht außerordentlich kündigen. Er muss Sie zunächst abmahnen. Bevor Sie jetzt aber Ihrem Chef mit Rechtsanwalt drohen, sollten Sie eine persönliche Aussprache mit ihm suchen. Entschuldigen Sie sich für Ihr Fehlverhalten.Sollte Ihr Chef nicht darauf eingehen, müssen Sie sich Rechtsbeistand holen und innerhalb von 3 Wochen eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen.

Eine außerordentliche Kündigung kann nur aus einem wichtigen Grund erfolgen, wie beispielsweise

  • wegen Diebstahls,
  • wegen grundloser und beharrlicher Arbeitsverweigerung oder
  • wenn die Praxis durch eine behördliche Anordnung stillgelegt wird.

Weitere Praxisfälle und Hilfestellungen für Ihren Berufsalltag bietet Ihnen Ihr Fachinformationsdienst „MFA Konkret“.

 Beitrag drucken

« zurück