IUP-Applikationen

Praxistipps für Arztpraxen und Kliniken, EBM Abrechnung, IGeL 28.03.2015

In der Gynäkologie gehört die Einlage einer IUP zur täglichen Routine. Die Frage aber, ob der Ultraschall nach der Applikation über die Kasse abgerechnet wird oder als IGel-Leistung und ob parallel zur IGel-Rechnung eine EBM-Ziffer abgerechnet werden kann, ist vieldiskutiert. 

Entscheidung des Sozialgericht (SG) Stuttgart vom 08.11.2011 (AZ: S 20 KA 378/08):

Eine Ultraschalluntersuchung nach Applikation eines Intrauterinpessars (IUP) ist auch dann nach dem EBM abrechenbar, wenn das Einlegen des IUPs keine Leistung der GKV war.

So lautet die Leistungsbeschreibung

Ultraschallkontrolle nach Applikation eines Intrauterinpessars (IUP) gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch

Die Richtlinie des G-BA finden Sie im Abschnitt B. 10. B. Sie stellt klar, das ein Ultraschall nach der Applikation der IUP-Einlage von der Krankenkasse bezahlt wird. Eine Alterseinschränkung ist dabei nicht angegeben. Eine  Alterseinschränkung bis zum vollendeten 20. Lebensjahr gibt es nur für die Einlage, den Wechsel und das Entfernen eines IUPs. Damit ist klar, dass Sie diese Leistung mit der EBM-Ziffer 01831 abrechnen müssen.


Das Urteil weist aber explizit auch noch darauf hin, dass die Kosten für Titel und deren Applikation nicht über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden dürfen, wenn die Patientin das 20. Lebensjahr erreicht hat. Dies bedeutet aber auch, dass Ihnen neben der Abrechnung der EBM-Ziffer die Abrechung einer IGeL-Leistung erlaubt ist.

In diesem Fall rechnen Sie als IGeL ab

Die Ultraschalluntersuchung 8–14 Tage nach der Applikation rechnen Sie als IGeL-Leistung ab, da nur eine Ultraschalluntersuchung von der Kasse übernommen wird.

Viele weitere interessante Tipps und Informationen rund um das Thema Abrechnung finden Sie in unserem Informationsdienst „EBM & GOÄ richtig abgerechnet“.

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