Raucherpausen verlangen

Praxistipps für Zahnarztpraxen, Praxismanagement 08.02.2018

Raucherpausen verlangen - folgendes gilt

Ihre Frage: Ich habe vor einigen Wochen die Praxis gewechselt. In dieser Praxis bin ich die Einzige, die raucht. Als ich fragte, ob ich mal eben rausgehen darf, wurde es mir untersagt. In der alten Praxis war das anders. Habe ich einen Anspruch auf eine Raucherpause?

Antwort Mathias Matusch: Nein, Sie haben keinen Anspruch auf eine Raucherpause. Rauchen ist Privatsache und wird nicht anders behandelt als das Einkaufen während der Arbeitszeit. Sie haben grundsätzlich nur einen Anspruch auf die regulären Pausen. Die Pausen sollen vor allem dem Gesundheitsschutz dienen. Dementsprechend können Sie eine extra Raucherpause nicht beanspruchen. Wenn Ihr alter Chef Ihnen dies gewährt hat, dann war es seine individuelle Entscheidung. Vielleicht bitten Sie Ihren neuen Chef um ein Gespräch und schlagen ihm vor, zusätzlich eine kurze Pause einzulegen, die dann nicht zur bezahlten Arbeitszeit gehört. Gibt es in der Praxis ein Zeiterfassungssystem, können Sie sich ausstempeln. Der Zahnarzt  kann dann von Ihnen verlangen, dass Sie die zehn bis 20 Minuten, welche Sie für Raucherpausen aufgewandt haben, länger bleiben. Dadurch, dass Arbeitnehmer keinen Anspruch auf eine Raucherpause haben, kann jeder Praxisinhaber Raucherpausen in seiner Praxis abschaffen. Das hat auch das Landesarbeitsgericht (LAG) Nürnberg bestätigt: „Ein Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf bezahlte Raucherpausen aufgrund jahrelanger Duldung.“ (LAG Nürnberg mit Urteil vom 05.08.2015 (Az. : 2 Sa 132/15))
Wichtig ist zu beachten: Erleiden Sie einen Unfall während der Raucherpause, gilt dieser nicht als Arbeitsunfall, d. h., die Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft greift nicht.

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