Regelung des Honorars bei Zahnersatz mit Mängel

Praxistipps für Zahnarztpraxen, Praxismanagement 16.05.2018

Regelung des Honorars bei Zahnersatz mit Mängel

Ihre Frage: Ich habe einen Patienten, bei dem ich Zahnersatz angefertigt habe. Der Patient hat die Behandlung gleich nach dem Einsetzen der Prothesen abgebrochen. Zum Nachkontrolltermin ist er nicht erschienen. Daraufhin haben wir ihn angerufen, und er erklärte, dass er mit dem Zahnersatz nicht zufrieden ist. Er fühlt sich von mir falsch behandelt. Gleichzeitig teilte er mit, dass er auch die Rechnung nicht bezahlen will. Was soll und kann ich tun? Ich habe ja gar keine Chance, die angeblichen Mängel zu beseitigen.

Meine Antwort: Ich empfehle Ihnen, die Krankenkasse des Patienten darüber zu informieren. Schildern Sie den Fall und erklären Sie, dass der Patient nicht mehr zu Ihnen kommen will. In der Regel wird ein Gutachten eingeleitet. Parallel können Sie Ihrem Patienten trotzdem schon die Rechnung zusenden. Grundsätzlich ist es doch in den meisten Fällen so, dass ein prothetisches Werkstück mit seiner Eingliederung noch nicht frei von Mängeln ist. Das bedeutet, Ihr Patient muss einfach mit Nachbesserungsmaßnahmen rechnen. Ob überhaupt ein Behandlungsfehler vorliegt, kann ja nur entschieden werden, wenn eine Untersuchung stattfindet. Ihre Geschichte ist kein Einzelfall. Es kam schon öfter zu solchen Vorfällen. Erst kürzlich hat das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf dazu ein Urteil gesprochen (Urteil vom 13.7.2016 (Az. : I-18 U 95/15). Darin heißt es ganz eindeutig, dass Sie für Ihre durchgeführte prothetische Behandlung einen Honoraranspruch haben. Dieser ergibt sich aus dem Behandlungsvertrag, den Sie mit Ihrem Patienten geschlossen haben. Auch dann, wenn die Behandlung insgesamt an geringfügigen Mängeln leidet.

 

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