Steuerliche Abgaben bei Abfindungen

Praxistipps für Arztpraxen und Kliniken, Praxismanagement 11.05.2018

Steuerliche Abgaben bei Abfindungen

 

Ihre Frage: „Die orthopädische Praxis, in der ich als MFA 15 Jahre tätig war, wurde zum 1. Oktober 2016 von einer Berufsausübungsgemeinschaft übernommen. Mein ehemaliger Chef ist in den Ruhestand gegangen. Weil ich den neuen Chefs zu teuer bin, haben sie mir einen Aufhebungsvertrag und eine Abfindung angeboten. Die Abfindung beträgt 6 Monatsgehälter. Ich freue mich zwar über die Abfindung, vor allem, weil mir auch schon eine andere Stelle angeboten worden ist. Trotzdem interessiert mich, was mir bleibt. Konkret gefragt, was muss ich an Steuern und Sozialabgaben bezahlen?“

Antwort: Die Steuerfreibeträge wurden mit Wirkung zum 01.01.2006 ersatzlos gestrichen. Es wird nicht in der Höhe des normalen Lohnes besteuert, sondern es findet die sogenannte Fünftelungsregelung nach § 34 EStG Anwendung. Das heißt, Ihr Jahreseinkommen erhöht sich um 1/5 des ausbezahlten Abfindungsbetrages.

Beispiel: Sie haben 12.500 € Abfindung erhalten. Es werden 2.500 € (1/5 von 12.500) auf Ihr Jahreseinkommen zugerechnet. Jetzt muss berechnet werden, was Sie für Steuern im Jahr mit der Abfindung und wie viel ohne Abfindung bezahlt hätten. Die Differenz wird dann mal fünf genommen. Ziehen Sie diesen Betrag von Ihrer Abfindung ab, dann wissen Sie, was Ihnen letztendlich von Ihrer Abfindung bleibt. Eine genaue Berechnung ist natürlichnur beim Steuerberater vorzunehmen. Für Ihre Abfindung müssen Sie aber keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen, da es sich nicht um Arbeitsentgelt handelt.

 

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