Abrechnung freier Heilfürsorge

Praxistipps für Therapeuten, Steuern & Recht, Selbstzahlerleistungen 30.03.2015

Verordnungen der freien Heilfürsorge fallen nicht unter die Budgetierung

In den letzten Jahren wurde in vielen Bundesländern die Heilfürsorge für Polizeibeamte zugunsten der Beihilfe abgeschafft. Wo es die Heilfürsorge noch gibt, gilt Folgendes: Verordnungen der freien Heilfürsorge fallen nicht unter die Budgetierung. 

Es gelten aber, wie bei den gesetzlichen Kassen, die Regelungen der Heilmittelrichtinie HMR. Lassen Sie sich Verordnungen außerhalb des Regelfalls vorher genehmigen.

Polizeivollzugsbeamte der Bundespolizei

Während Verwaltungsbeamte der Bundespolizei privat versichert sind, haben Vollzugsbeamte  der Bundespolizei Anspruch auf freie Heilfürsorge. Wer Heilfürsorge hat, ist kein Privatpatient und muss die gesetzliche Zuzahlung leisten. Wenn sich der Beamte für Beihilfe entschieden hat, legt er eine Privat Verordnung vor. Dann gelten für die Abrechnung die Beihilfe-Regelungen.

Polizeivollzugsbeamte der Länder

Bei Beamten der Bereitschaftspolizei besteht zum Teil die Pflicht, für Therapieleistungen den Polizeiärztlichen Dienst in Anspruch zu nehmen. Diese Beamten werden dann zur Behandlung nicht in Ihre Praxis kommen können, es sei denn für freie Leistungsangebote ohne Kostenübernahme. Das könnte auch ggf. für die Polizeianwärter an der Ausbildungsstätte in Ihrem Ort gelten. Informieren Sie sich genau, ob dort Bundesbeamten- oder Landesbeamtenrecht gilt.

So rechnen Sie ab

Sie rechnen direkt mit dem zuständigen Kostenträger, der auf der Verordnung steht, ab.

Lassen Sie sich vom Patien-ten ggf. die Anschrift mitteilen. Für Patienten der freien Heilfürsorge können Sie nur die Vergütungssätze der Ersatzkassen (vdek-Sätze) berechnen (gem. § 10 der BPolHfV, gültig für die Bundespolizei).

Beachten Sie: Einige Patienten mit Anspruch auf Heilfürsorge sind zuzahlungsbefreit. Fragen Sie also bei Behandlungsbeginn sicherheitshalber bei der zuständigen Dienststelle nach.

Weitere aktuelle Abrechnungsthemen finden Siein unserem neuen Informationsdienst speziell für niedergelassene Physio- und Ergotherapeuten: "Der Praxiscoach".

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