Mitarbeiter mit Alkoholproblem kündigen

Praxistipps für Therapeuten, Personal 30.07.2018

Mitarbeiter mit Alkoholproblem kündigen

Ihre Frage: Ich habe neulich festgestellt, dass meine Mitarbeiterin sich anscheinend regelmäßig alkoholische Getränke mit in die Praxis bringt und zwischendurch konsumiert. Ich finde das absolut unerträglich. Kann ich ihr  ristlos kündigen?

Meine Antwort: Ich verstehe Ihre Reaktion. Wenn Patienten den Alkoholgeruch mitbekämen, wäre das ein erheblicher Imageschaden für Ihre Praxis. Außerdem gefährdet ein alkoholisierter Mitarbeiter die Sicherheit der Patienten. Trotzdem können Sie nicht sofort fristlos kündigen. Haben Sie aufgrund einer Dienstanweisung die Konsumierung jeglichen Alkohols am Arbeitsplatz verboten, müssen Sie vor Ausspruch einer Kündigung in der Regel ordentlich abmahnen. Hat Ihre Mitarbeiterin aber ein Alkoholsuchtproblem, so gelten die Regeln für die Kündigung bei Krankheit, da Alkoholsucht als Krankheit gilt und keinen hinreichenden Grund für eine verhaltensbedingte Kündigung bietet (Bundesarbeitsgericht Urteil vom 20.03.2014, 2 AZR 565/12). Fristlose Kündigungen sind dann nur in absoluten Ausnahmefällen möglich.


Erst mehrfache erfolglose Therapieversuche können eine Kündigung wegen Alkoholismus rechtfertigen (Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 17.05.2010, 5 Sa 1072/09). In jedem Fall sollten Sie das Problem in einem persönlichenGespräch ansprechen.
 

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