Aufklärung nicht deutsch sprechender Patienten

Praxistipps für Zahnarztpraxen, Praxismanagement 04.05.2018

Aufklärung nicht deutsch sprechender Patienten

Ihre Frage: Unsere Praxis befindet sich in einem Gebiet, in dem viele Flüchtlinge und Ausländer wohnen. Es kommt in letzter Zeit häufiger vor, dass diese uns aufsuchen und behandelt werden möchten. Meistens ist für unsere Chefin relativ schnell klar, welche gesundheitlichen Beschwerden die Patienten haben und welche Behandlung vorzunehmen ist. Allerdings ist es schwierig, die Patienten hinreichend aufzuklären. Wir sind uns unsicher, ob sie immer alles verstanden haben. Was können wir tun?

Meine Antwort: Wie Sie schon richtig erkannt haben, dürfen Sie das Problem nicht einfach übergehen. Auch ein Patient, der die deutsche Sprache nicht hinreichend versteht, ist aufzuklären. Weder eine pauschal angenommene Eilbedürftigkeit der Behandlung noch die eigene fehlende Verständigungsmöglichkeit rechtfertigen es, einen Eingriff ohne Aufklärung vorzunehmen. Sie gehen sonst das Risiko einer Haftung oder sogar einer Strafbarkeit ein.


Suchen Sie sich einen Übersetzer
Ich empfehle Ihnen daher: Ziehen Sie einen Dolmetscher hinzu. Der Dolmetscher muss letztlich von Ihren Patienten gezahlt werden. Da gerade Leistungen von Flüchtlingen oder Ausländern zumeist von den Sozialbehörden getragen werden, haben diese dann auch dafür aufzukommen. Ihr Patient soll einen entsprechenden Antrag bei der für ihn zuständigen Behörde stellen. Wenn möglich, setzen Sie so lange die Behandlung aus. Wenn Sie als Praxispersonal oder ein Angehöriger des Patienten übersetzen kann, so können Sie auch diesen zur Hilfe nehmen. Lassen Sie aber bitte die Finger von kostenlosen Übersetzungsprogrammen im Internet oder über Apps. Diese sind meist nicht genau.


Aufklärungsmaterial in der Fremdsprache
Sollten Sie aus einer bestimmten Sprachgruppe viele Patienten haben, so bietet es sich an, Aufklärungsbögen o. Ä. in der Sprache vorrätig zu haben. Aber Achtung: Diese können nicht das Aufklärungsgespräch ersetzen. Sie können nur ergänzend herangezogen werden. Stellen Sie immer sicher, dass auch ein nicht deutschsprachiger Patient Ihre Aufklärung verstanden hat. Nur dann kann eine wirksame Einwilligung in die Behandlung vorliegen.

Für weitere Hilfestellungen und praxisrelevante Beiträge empfehlen wir Ihnen Zahnarztpraxis heute - eine Arbeitserleichterung für Ihren Berufsalltag.

 

 

 Beitrag drucken

« zurück

Herzlich Willkommen!

Ich begrüße Sie bei Praxisberater-online.de. Ab sofort unterstütze ich Sie mit meinem neuen Informationsdienst „BEMA & GOZ aktuell“ dabei, kein Honorar bei Ihrer Kassen- und Privatabrechnung zu verschenken sowie Erstattungsablehnungen zu vermeiden.

Als langjährige Abrechnungs- und Praxisberaterin kenne ich Ihre Belange aus dem Effeff. Mein Ziel ist es, Ihnen dabei zu helfen, Ihre Abrechnung zu optimieren und Ihre Praxis wirtschaftlich erfolgreich zu führen.

Claudia Davidenko

Praxisberater-online.de: ausgestattet mit dem Fairness-Siegel 2015!